Ob beim gemeinsamen Treffen und Spielen, in therapeutischen Gesprächen, bei der Betreuung in der Pflege oder in der beruflichen Zusammenarbeit: Mixed Reality kann räumlich getrennte Menschen in einer gemeinsamen Situation zusammenbringen. Anders als in Videokonferenzen erscheinen Personen und digitale Inhalte unmittelbar im eigenen physischen Umfeld. Das verspricht natürlichere, räumlichere und interaktivere Begegnungen. Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, wie in solchen hybriden Räumen Nähe und Verbundenheit entstehen.
SPASS untersucht daher, wie sich soziale Präsenz – das Gefühl, tatsächlich mit einer anderen Person zusammen zu sein – gezielt gestalten und an verschiedene Situationen und individuelle Bedürfnisse anpassen lässt. Im Mittelpunkt stehen „Shared Personal Augmentations“: persönliche Gegenstände oder Bereiche der eigenen Umgebung, die digital in den Raum des Gegenübers übertragen werden. Beispiele sind ein Schmuckstück, eine Lieblingstasse, Familienfotos oder Ausschnitte aus der eigenen Wohnung.
Das Projekt erforscht, welche sozialen Hinweise und persönlichen Elemente als Bezugspunkte dienen und wie sie die wahrgenommene Nähe beeinflussen. Dabei wird untersucht, welche körpernahen Gegenstände, Objekte oder räumlichen Bereiche sich für private, therapeutische und berufliche Situationen eignen. Eine weitere Frage ist, ob Nutzer:innen das gewünschte Maß an Nähe selbst regulieren können, indem sie solche Elemente hinzufügen, entfernen oder verändern.