Nachhaltigkeit von Migrationspfaden für Smart Grids

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Agnetha Flore; Jorge Marx Gómez
Auf Grund der Energiewende der deutschen Politik ist es für Energieversorger notwendig, immer mehr Wind- und Sonnenergie in das bestehende Energiesystem zu integrieren. Die Struktur der Energieerzeugung muss von einer bisher zentralen auf eine dezentrale gewandelt werden [1]. Dafür müssen die Erzeugungs- und Nutzungscharakteristika sehr dynamisch und flexibel werden. Durch einen erhöhten Bedarf an Messung, Regelung und Automatisierung des Stromflusses bedarf es der Ertüchtigung der Netzinfrastruktur, dem Zubau von Speicherkapazität und der Einführung eines Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-basierten Einspeisemanagements [2] [3]. Die Energieversorger müssen daher planen, wie ihre Migrationspfade [4] für die Zukunft eines smarten Energienetzes aussehen können. Dabei beschreibt ein Migrationspfad einen Weg von einer Entwicklungsstufe zu einer nächsten und die Gesamtheit der Migrationspfade ergibt eine Roadmap. Zu diesem Zweck ist neben dem zentralen Hintergrund der Nachhaltigkeit zu bewerten, welche Technologien geeignet sind, welche Abhängigkeiten diese mit sich bringen und welche Kosten dabei erzeugt werden. Nachhaltigkeit gem. einer wirtschaftlich ausgerichteten Definition bedeutet „[...] nicht Gewinne zu erwirtschaften, die dann in Umwelt- und Sozialprojekte fließen, sondern Gewinne bereits umwelt- und sozialverträglich zu erwirtschaften." (Pufé 2014, S.16).3 Das Risiko ergibt sich dabei während der Analyse der Dimensionen und deren Abhängigkeiten untereinander. Denn werden Abhängigkeiten zwischen Dimensionen übersehen, können sich strategisch begründete Entscheidungen und die daraus abgeleitete Roadmap als ein folgenreicher Fehler herausstellen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wird zur Gewährleistung einer möglichst vollständigen Abhängigkeitsanalyse die Betrachtung mit Migrationspfaden, aufbauend auf einem Reifegradmodell empfohlen. Mit einem Reifegradmodell können alle Dimensionen eines Unternehmens analysiert werden und dadurch – hingegen zu anderen Methoden und Modellen – das Risiko im Rahmen einer Abhängigkeitsbetrachtung etwas zu übersehen, minimiert werden.
09 / 2019
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Entwicklung eins Smart Grid Konzepts zur adaptiven spannungsebenen-übergreifenden intelligenten Verteilnetzautomatisierung im Sinne eines Plug- & Automate-Systems