DPP4Energy DPP4.0-basierte Digitalisierung in der Energiewirtschaft von Produktgruppen, Anlagen und Prozessen

Motivation

Der Umbau des Energiesystems hin zu einer zunehmend elektrifizierten, dezentralen Erzeugungs- und Verbrauchsstruktur erhöht den Integrations- und Anmeldeaufwand für Anlagen erheblich. Neue digitale Technologien wie der Digitale Zwilling in Form des regulativ zukünftig vorgeschriebenen Digitalen Produktpasses (DPP) und die Asset Administration Shell (AAS) können bestehende Prozesse und Schnittstellen grundlegend vereinfachen.

Aktuell verhindern individuelle, hersteller- bzw. sektorspezifische Insellösungen eine durchgehende Digitalisierung: Wiederkehrende manuelle Dateneingaben, uneinheitliche Datenmodelle und fehlende Standardisierung erschweren Anmelde-, Genehmigungs- und Steuerungsprozesse in der Energiewirtschaft.

DPP4Energy setzt hier an und bereitet den Einsatz des DPP normungstechnisch für zwei zentrale Anwendungsfälle vor – die Anmeldung anmeldepflichtiger Anlagen und die Bereitstellung von Flexibilitäten – und schafft damit die Grundlage für ein einheitliches, sektorübergreifendes Identitätsmanagement von Anlagen.

Ziele

Ziel des Vorhabens ist es, den Digitalen Produktpass (DPP) auf Basis der Asset Administration Shell (AAS) für die Energiewirtschaft normungstechnisch vorzubereiten und prototypisch zu erproben. Damit sollen Prozesse rund um die Anmeldung anmeldepflichtiger Anlagen (z. B. PV-Anlagen, Wärmepumpen, Wallboxen) sowie die Bereitstellung von Flexibilitäten (Redispatch 3.0, §14a EnWG) vereinfacht, beschleunigt und weitgehend automatisiert werden.

OFFIS bringt dazu sein Know-how aus der digitalisierten Netzbetriebsführung und den Prozessketten zur Steuerung in der Niederspannung ein und leitet im Projekt den Use Case „Flexibilitätsbereitstellung“, in dem die koordinierte Aktivierung von Flexibilitäten über die SMGW-basierte Infrastruktur (iMSys) und den Universalbestellprozess auf Basis von DPP-Daten untersucht und prototypisch umgesetzt wird.

Darüber hinaus beteiligt sich OFFIS maßgeblich an der Festlegung gemeinsamer Grundlagen und Designprinzipien für den DPP4.0 und dessen Architektur. Die erarbeiteten Datenmodelle und Prozesse werden in einem Standardisierungsdokument (u. a. als VDE SPEC) veröffentlicht und in die zuständigen Normungsgremien eingebracht.

Technologien

Das Projekt nutzt die Asset Administration Shell (AAS, IEC 63278) als technische Infrastruktur für den Digitalen Produktpass (DPP4.0) und entwickelt dafür AAS-Teilmodelle für relevante Produktgruppen wie PV-Anlagen, Wärmepumpen, Wallboxen und Speicher.

OFFIS bringt seine Vorarbeiten aus dem Projekt Redispatch 3.0 sowie die dort primär mitgestaltete VDE SPEC 90032 „Redispatch 3.0 – Architektur und Prozesse für das Engpassmanagement im Verteilnetz mit Anlagen unter 100 kW“ ein und setzt den Use Case Flexibilitätsbereitstellung prototypisch mit SMGW, Steuerbox und Gateway-Administrator in einem Hardware-in-the-Loop-Ansatz um.

Weitere Grundlagen liefern die Erfahrungen aus den Projekten int:net (Interoperabilität von Energiesystemen) und InterOp (Interoperabilitätstestplattform für Komponenten der Energiewende).

Personen

Projektleitung Intern

Projektleitung Extern

Dr. Stefan Heusinger (VDE DKE, Konsortialführung)

Wissenschaftliche Leitung

Partner
DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
www.dke.de
Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
www.uni-magdeburg.de

Laufzeit

Start: 01.06.2026
Ende: 31.05.2028

Fördermittelgeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)

Verwandte Projekte

RD3.0

Redispatch 3.0

int:net

Interoperability Network for the Energy Transition

InterOP

Interoperabilitätstestplattform für Komponenten der Energiewende