Am 18. Juni 2026 füllte sich das OFFIS mit knapp 50 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. © OFFIS - Institut für Informatik | Melinda Helena Clabes
Den inhaltlichen Takt gab Prof. Dr. Harald Reiterer von der Universität Konstanz in seiner Keynote vor, der mit seinem Ansatz, studentische Ausstellungen direkt in der Konstanzer Innenstadt zu realisieren, auch den Kern von Digitopias traf. © OFFIS - Institut für Informatik | Melinda Helena Clabes
„Die digitale Transformation prägt unsere Gesellschaft. Unser gesamtes Team arbeitet mit großem Enthusiasmus daran, unserer Verantwortung in der Informatikforschung gerecht zu werden“, sagt Prof. Dr. Susanne Boll, Vorständin von OFFIS und wissenschaftliche Leiterin von Digitopias. © OFFIS - Institut für Informatik | Melinda Helena Clabes
Die Antwort lieferte dieser Nachmittag nicht in Form abstrakter Theorien, sondern durch greifbare Technologie, die das Potenzial hat, unseren Alltag unmittelbar zu verbessern. Nach intensiver Arbeit der vergangenen Jahre stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des gemeinsamen Erfolgs und lebhafter Diskussionen.
Wissenstransfer, der direkt auf die Straße geht
Den inhaltlichen Takt gab Prof. Dr. Harald Reiterer von der Universität Konstanz in seiner Keynote vor, der mit seinem Ansatz, studentische Ausstellungen direkt in der Konstanzer Innenstadt zu realisieren, auch den Kern von Digitopias traf. Genau diese Philosophie treibt auch das OFFIS an: Wir verlassen den rein akademischen Raum, um neue digitale Lösungen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zu entwickeln. Dass dieser Weg funktioniert, untermauerte Dr. Jochen Meyer, OFFIS Bereichsleiter Gesellschaft, mit einer beeindruckenden Bilanz. Seit dem Start des Bereichs Gesellschaft vor drei Jahren hat das Team mit über 200 Transfer-Aktivitäten bewiesen, dass die Förderung des Landes Niedersachsen in Höhe von drei Millionen Euro nachhaltig wirkt - 18 bereits bewilligte Folgeprojekte sprechen hier eine klare Sprache.
„Die digitale Transformation prägt unsere Gesellschaft. Unser gesamtes Team arbeitet mit großem Enthusiasmus daran, unserer Verantwortung in der Informatikforschung gerecht zu werden“, sagt Prof. Dr. Susanne Boll, Vorständin von OFFIS und wissenschaftliche Leiterin von Digitopias.
Technik zum Anfassen und Mitgestalten
Die wahre Begeisterung des Nachmittags entzündete sich an den konkreten Forschungsergebnissen. Im Mittelpunkt standen dabei Arbeiten in Digitopias: So erlebten die Gäste hautnah, wie Technik „Soziale Verbundenheit über Distanz“ schafft und echte „Digitale Partizipation“ ermöglicht. Das Forschungsfeld „Explain it to me!“ demonstrierte eindrucksvoll, wie Erklärbare KI die tägliche Wissensarbeit transparenter macht, während der Schwerpunkt „Transfer“ bewies, wie diese Erkenntnisse aus dem Labor direkt in die Gesellschaft fließen. Die perfekte Bühne für diese Präsentationen boten die im Projekt neu entwickelten Innovation Lounges – interaktive Räume, die genau für solche gemeinsamen, gesellschaftlichen Innovationsprozesse geschaffen wurden.
Flankiert wurde dieses Digitopias-Herzstück von weiteren wegweisenden Praxisbeispielen aus dem OFFIS-Bereich Gesellschaft. So konnten die Gäste auch Entwicklungen wie das Bildübersetzungs-System „Ability“ für blinde Menschen, die datengestützte Defibrillatoren-Planung „AED Wirkt“, den KI-Verwaltungsassistenten „BUKI“ oder das Projekt „NEST“ zur Früherkennung postpartaler Depressionen ausprobieren
Lebendiges Netzwerk für die digitale Zukunft
Diese Entwicklungen waren nicht nur Theorie, sondern konnten in der neuen Creators‘ Lounge zwischen 3D-Druckern und CNC-Fräsen direkt ausprobiert werden. Wie früh die gesellschaftliche Beteiligung beginnen muss, unterstrich zudem die Preisverleihung des MINT-Konzeptwettbewerbs, bei der drei regionale Initiativen ausgezeichnet wurden, die Mädchen gezielt zu aktiven Gestalterinnen digitaler Technik machen.
Bei bestem Wetter und mit lebhaften Diskussionen klang das Forum schließlich aus. Die Gäste nahmen die Gewissheit mit: Das Fundament für die nächsten Forschungsjahre steht.