Interdisziplinärer Forschungsansatz
Ingenieurin Celia Nieto Agraz und Neuropsychologe Dr. Björn Holtze aus dem Forschungsbereich Gesundheit des OFFIS untersuchen, wie Menschen auf robotische Assistenzsysteme reagieren. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach den Faktoren, die Sympathie und Vertrauen schaffen, sowie nach den Bedingungen für die Akzeptanz solcher Technologien. Mit jeder Station der praktischen Erprobung gewinnen die Forschenden neue wertvolle Erkenntnisse.
Aufgeschlossene Reaktionen bei Bewohner*innen und Pflegepersonal
Die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Friede zeigten sich offen für die Interaktion mit „Ameca". Viele empfanden den Blickkontakt, die lebensechten Bewegungen, das gemeinsame Singen oder die Gymnastikeinlagen als angenehm und interessant. Einige Teilnehmende gaben dem Roboter die Hand und waren positiv überrascht von der realitätsnahen Mimik. Berührungsängste waren kaum vorhanden.
Auch das Pflegepersonal sieht Potenzial in der Technologie: Während komplexe pflegerische Tätigkeiten noch nicht realisierbar sind, könnten robotische Systeme künftig bei der sozialen Interaktion unterstützen – etwa gegen Einsamkeit oder für aktivierende Angebote.
Technologie als Ergänzung, nicht als Ersatz
Der Forschungsansatz des OFFIS ist klar definiert: Es geht nicht darum, Pflegekräfte zu ersetzen, sondern zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Studie zeigt bereits jetzt über alle drei Standorte hinweg, dass ein Dialog zwischen Technologie und Pflege möglich ist und positiv aufgenommen wird.
Die Forschenden danken allen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie dem Team des Hauses Friede für ihre Offenheit und Mitwirkung. Das positive mediale Echo auf die Forschungsarbeit unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz des Themas Robotik in der Pflege.
Info: Der humanoide Roboter „Ameca" wurde von Engineered Arts Ltd. (Großbritannien) entwickelt und vom OFFIS für den Einsatz in der Pflege angepasst.
Ansprechpartner*innen
Dr. Björn Holtze, Celia Nieto Agraz