Souveräne Daten, starke Energiewirtschaft Ein Verteilnetzbetreiber möchte Ladesäulen, Wärmepumpen und PV-Anlagen in einer Straße intelligent steuern. Doch die dafür nötigen Daten liegen in unterschiedlichen Systemen verstreut und sind untereinander unlesbar.

06.07.2026 Energie

Um dieses und ähnliche Probleme geht es im neuen Impulspapier der Deutschen Energie-Agentur (dena), das wir als OFFIS – Institut für Informatik unterstützen. Souveräne Datenräume sind der Schlüssel für effizientere Prozesse, neue Geschäftsmodelle und mehr Wettbewerbsfähigkeit. Das gilt nicht nur für jedes einzelne Unternehmen, sondern für das gesamte Energiesystem. Mit Data Spaces können wir Datensilos überwinden, KI-Anwendungen skalieren und die Energiewende beschleunigen. Zehn Jahre Forschung haben gezeigt, dass die Technik funktioniert – jetzt geht es darum, dieses Wissen nicht verpuffen zu lassen, sondern in den Regelbetrieb zu überführen.

Wie das praktisch aussehen kann, testen wir selbst: In unserem Energy Lab entsteht eine virtualisierte Data-Space-Testumgebung, mit der wir digitale Lösungen für die netzdienliche Steuerung in der Niederspannung erproben. Dabei orientieren wir uns an den Vorgaben des EnWG (§14a, steuerbare Verbrauchseinrichtungen; §12, Steuerbarkeitscheck) und des EEG (§9, Solarspitzengesetz), etwa mit dem Niederspannungscockpit von openKONSEQUENZ eG.

Gemeinsam mit der dena und 50 weiteren Akteuren aus Wirtschaft und Forschung setzen wir uns dafür ein, dass Data Spaces als öffentliche digitale Infrastruktur verankert werden. Denn wie im Original-Impulspapier betont wird, können Data Spaces als öffentliche digitale Infrastruktur nicht allein von der Wirtschaft etabliert werden – es braucht Klarheit und Rückhalt aus der Politik, sonst bleibt dieses Potenzial ungenutzt.

Das Papier bündelt sieben Leitsätze und vier Handlungsempfehlungen und macht deutlich: Data Spaces sind keine Option, sondern eine Notwendigkeit.