Problematisches Smartphone-Nutzungsverhalten betrifft viele. Auch ein zuerst nicht-intendiertes Verhalten, was dann unerwünscht in längerem Scrollen auf dem Smartphone führt (sogenanntes „Doom-Scrolling“ oder die „Rabbit-Hole“ Falle) zählen schon zu problematischem Smartphone-Nutzungsverhalten. Schätzungen zufolge liegen bei 1-2% der deutschen Bevölkerung eine diagnostizierte Internetnutzungsstörung vor, ca. 5-7% werden als problematische Nutzer eingestuft. Die Dunkelziffer dürfte aber weit größer sein.
Problematische Nutzung des Smartphones kann zu gesundheitlichen Problemen führen, wie Nervosität, Unproduktivität, depressive Verstimmungen, Konzentrationsprobleme, Erschöpfung und Müdigkeit.
Für Nutzer ist es allerdings schwer zu erkennen, ab wann eigenes Verhalten problematisch wird. Existierende Screening-Verfahren wie Selbstkontroll-Apps oder Fragebogen-Screenings können eine Orientierung bieten, erfassen aber meist nur Quantität oder subjektive Einschätzungen, nicht aber die objektive Qualität der Nutzung. In dem Projekt KiQuNu wollen wir daher ein niedrigschwelliges Screening mithilfe von KI erforschen, das reale Nutzungsdaten nutzt, problematische Muster erkennt, Trends sichtbar macht und Nutzern die Frage beantwortet: „Wie problematisch ist meine Handy-Nutzung?“
Ziel dieser Machbarkeitsstudie ist es daher herauszufinden, ob in realen Smartphone-Nutzungsdaten mit Hilfe von KI Muster identifiziert werden können, die zu einer objektiven, reliablen und validen Bewertung der Qualität der Smartphone-Nutzung und als Basis für eine App zur Selbstkontrolle dienen können.
KiQuNu entwickelt zuerst eine freiwillige Datenspendeapp. Diese dient zum Sammeln von realen kontextspezifischen Daten, wie etwa Uhrzeit, Screentime etc. Damit entwickeln wir KI Algorithmen, um wiederkehrende individuelle Muster zu entdecken und daraus problematisches Smartphone-Nutzungsverhalten abzuleiten. Diese werden dann als Feedback dem Nutzenden in einer App gespiegelt und potentielle Risiken bewertet.