Stadt und OFFIS entwickeln Smart City Strategie

19.04.2016 Pressemitteilung

Die Chancen und Möglichkeiten des Einsatzes von Smart City Technologien für die Entwicklung der Stadt Oldenburg sollen stärker genutzt werden. Das Informatikinstitut OFFIS ist beauftragt, bis Ende September 2016 ein Strategiepapier zu erarbeiten. Dabei sollen bereits konkrete Ansätze für die Umsetzung in den Bereichen Energie, Verkehr, Verwaltung und Lebensqualität aufgezeigt werden. Zum anderen soll ein Modellprojekt „Smart City Living Lab Fliegerhorst“ auch Chancen für eine Umsetzung in einem neuen Stadtteil ermöglichen, von dem nicht nur die hiesige Forschung und Wirtschaft, sondern auch Bürgerinnen und Bürger profitieren könnten.

Verbesserung der Lebensqualität der Bürger

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sieht jetzt den richtigen Zeitpunkt für ein systematisches Vorgehen innerhalb der Stadtverwaltung. „Smart City umfasst nahezu alle Bereiche der Stadtentwicklung wie Infrastruktur, Gebäude, Mobilität, Dienstleistungen oder Sicherheit. Durch den gezielten Einsatz von IT-Technik auf der Basis von Vernetzungen können neue, effizientere Antworten auf Fragen des städtischen Zusammenlebens und der Stadtentwicklung gegeben werden“, gibt Krogmann als Grund für das städtische Engagement an. Für Krogmann steht an erster Stelle die Verbesserung der Lebensqualität der Bürger. Dabei sind auch die Aspekte Datenschutz und Datensicherheit zu beachten.

Modellprojekt „Smart City Living Lab Fliegerhorst“

Das Oldenburger Informatikinstitut OFFIS forscht und entwickelt seit vielen Jahren an Smart City Lösungen. „Die Neugestaltung des Fliegerhorstes bietet der Stadt Oldenburg die einmalige Gelegenheit, sich als Vorreiter für die Entwicklung von Smart City Konzepten für Kommunen und nicht mehr nur für Megacities, zu positionieren“, so Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff, Vorstand des Forschungsbereichs Energie im OFFIS. „Mit dem Living Lab können zudem tragfähige Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung der Energiewende entwickelt werden. Beide Punkte haben Nachahmcharakter in die Region und darüber hinaus."

Hierfür soll ein Teilbereich des Fliegerhorstes explizit für die Erprobung neuer Smart City-Technologien ausgewiesen und mit einer besonderen Infrastruktur versehen werden. Erste technische Anforderungen (Verkabelung, Leerrohre) sind bereits erarbeitet.

Das Smart City-Lab wird die enge Integration und gemeinsame Erprobung einer Vielzahl von Technologien erlauben, welche derzeit von zahlreichen verschiedenen Interessenträgern meist isoliert entwickelt und so nur in Teilen erprobt werden. Der volle Wert, aber auch die Probleme „smarter“ Stadtstrukturen werden sich erst bei einer kompletten Integration aller Teilfunktionen und ihrer Erprobung im realen Leben zeigen.

Oldenburg als Vorreiter in Niedersachsen

Hierfür stellt die Smart City Oldenburg einen in Niedersachsen derzeit kaum noch einmal zu findenden Rahmen zur Verfügung. „Wir sind damit weiterhin auf dem Weg zu einer innovativen Stadtentwicklung – und wir werden vermutlich früher ans Ziel kommen als andere“,  erläutert Prof. Dr. Martin Fränzle, Bereichsvorstand Verkehr im OFFIS, und ergänzt: „Smarte Infrastrukturen passen sich an. Häufig werden die Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels glücklich sein, wenn dies unbemerkt und automatisch geschieht, doch manchmal werden sie auch explizit Einfluss nehmen wollen. Das Living Lab am Fliegerhorst wird helfen, die Wünsche der Bevölkerung zu verstehen und maßgeschneiderte technische Lösungen anzubieten.“

Gesucht werden Partner aus Industrie und Forschung

Unter der Federführung von OFFIS wird angestrebt, ein Konsortium von Partnern aus Industrie und Forschung zu gewinnen und zusammen zu stellen, aus dem heraus ein Träger- und Investorenmodell für ein Smart City Living Lab Fliegerhorst entwickelt werden kann. „Oldenburg kann sich so zu einem Innovationsstandort für Applikationsanwendungen und nachhaltigen Smart City-Konzepten entwickeln, mit der die Stadt überregional an Profil gewinnt“, fasst Oberbürgermeister Krogmann die Chancen zusammen.