Mehr soziale Interaktion für Palliativpatienten

30.04.2014 Gesundheit

Soziale Interaktion und das Gefühl der Eingebundenheit werden maßgeblich durch die Kommunikation mit unseren Mitmenschen etabliert. Explizite Kommunikation, wie das direkte Gespräch, der Austausch per Email oder in sozialen Netzwerken, wird heute bereits gut durch Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützt. Eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt jedoch die implizite, non-verbale Kommunikation, wie zum Beispiel die beiläufige Wahrnehmung von Gemütszuständen, der gerade ausgeübten Tätigkeit, der Art der Umgebung oder der Anwesenheit weiterer Personen. Eine technische Unterstützung für die implizite Kommunikation zwischen räumlich getrennten Menschen fehlt bislang leider völlig. Das ist insbesondere nachteilig für Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung, bei denen soziale Interaktion und Kommunikation besonders viel im Hinblick auf die Lebensqualität bedeuten.

In dem vom BMBF ab April 2014 geförderten Projekt CONTACT wird ein Assistenzsystem zur Belebung der sozialen Interaktion für alleinlebende Palliativpatienten entwickelt. Dies soll die implizite Kommunikation und den Austausch non-verbaler Sachverhalte (Emotionen und Aktivitäten) zwischen Patienten, Angehörigen und Freunden fördern. Dazu werden multimodale, affektive und alltagsdurchdringende Mensch-Technik- Interaktionen für das häusliche Umfeld gestaltet, die sich an den Menschen und die Situation anpassen.  Beispielsweise kann eine Stehlampe beim Angehörigen über den Gemütszustand des Patienten beiläufig informieren, indem sie ihre Farbe oder Helligkeit verändert. Um Klänge erweiterte Bilderrahmen symbolisieren, dass die auf dem Foto gezeigten Personen gerade an einen denken. Die Nutzung der Kaffeemaschine und des Toasters lassen darauf schließen, dass das Frühstück vorbereitet wird. Entsprechend können diese Geräte beim Interaktionspartner aufleuchten und so ein Gefühl der emotionalen Nähe erzeugen.

Das Projekt wird über drei Jahre in Zusammenarbeit mit den Partnern Institut für Palliative Care (ipac), ProSyst, Siemens, YOUSE und Datenschutz-Nord durchgeführt.