Intelligentes Cockpit versteht Piloten

20.11.2013 Verkehr

In der modernen Luftfahrt wird in zunehmendem Maße der Begriff „Partnerschaft“ verwendet, um die Beziehung zwischen Piloten und der Automation von Flugzeugen zu beschreiben. Eine wichtige Voraussetzung dieser Partnerschaft ist, dass jede Partei ein ausreichendes Verständnis für die (mentalen bzw. technischen) Zustände und Absichten der jeweils anderen Partei besitzt. Jedoch zeigt sich bisweilen, dass diese Voraussetzung bei der Entwicklung moderner Flugzeuge noch nicht in ausreichender Weise berücksichtigt wird. Dies kann zu Missverständnissen mit teilweise tragischen Konsequenzen führen.

Im September startete nun das von der Europäischen Union geförderte Projekt A-PiMod (Applying Pilot Models for Safer Aircrafts), in dem ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung partnerschaftlich operierender Mensch-Maschine-Systeme in der Luftfahrt geleistet werden soll. Das angestrebte Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines intelligenten Cockpits, welches die mentalen Zustände und Absichten der Piloten versteht und  sowohl Anzeigen als auch Automation an diese anpasst. Die Grundlage für das Verständnis der mentalen Zustände der Piloten sind psycho-physiologische Daten, die während des Fluges aufgezeichnet werden. So kommen beispielsweise Geräte zur Blickmessung, sowie Sprach- und Gestenerkennung zum Einsatz. Die OFFIS-Gruppe Human Centered Design wird mit ihrer langjährigen Erfahrung im Bereich Pilotenmodellierung einen entscheidenden Beitrag zur Analyse und Interpretation dieser Daten leisten. Neben OFFIS setzt sich das Projekt-Konsortium, das für die dreijährige Projektlaufzeit zusammenarbeitet wird, aus 7 Industrie- und Forschungspartnern aus den Ländern Deutschland, Niederlande, Frankreich, Italien, Irland und Tschechien zusammen.