V.l.: Bürgermeisterin Nicole Piechotta, Ulla Bergen (Jury), Dr. Stefanie Abke (geschäftsführende Vorständin EWE Stiftung), Prof. Dr. Susanne Boll (Jury), Sophie Grimme (Nominierte), Preisträgerin Dr. Friederike Bruns, Vera Weidemann (Vorstandsvorsitzende EWE Stiftung), Petra Dekker (Jury), Keynote-Speakerin Dr. Lea Schönberger und Wiebke Oncken (Jury). Foto: Mohssen Assanimoghaddam
Die EWE Stiftung hat Dr.-Ing. Friederike Bruns mit dem Helene-Lange-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Informatikerin der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg forscht an cyber-physischen Systemen – Technologien, die digitale Prozesse unmittelbar in die physische Welt übersetzen und dabei höchste Anforderungen an Zuverlässigkeit und Sicherheit stellen. Ihre Methoden zur präzisen Analyse und Echtzeitüberwachung von Kommunikationsabläufen und Reaktionszeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur Absicherung kritischer Infrastrukturen – von der Robotik über Energienetze bis hin zum Verkehr.
Friederike Bruns war bis vor einigen Jahren Wissenschaftlerin am OFFIS. Überreicht wurde die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung von Vera Weidemann, Vorstandsvorsitzende der EWE Stiftung, im Rahmen einer Feierstunde im EWE Forum Alte Fleiwa.
Drei Perspektiven auf die Digitalisierung
Neben der Preisträgerin waren zwei weitere Wissenschaftlerinnen nominiert, die die Breite digitaler Forschung eindrucksvoll sichtbar machen. Darunter Sophie Grimme, Wissenschaftlerin im Bereich Gesellschaft des OFFIS. Sie widmet sich einer Frage mit hoher gesellschaftlicher Tragweite: Wie können Nutzerinnen digitale Gesundheitsanwendungen nutzen, ohne die Kontrolle über ihre sensiblen Daten zu verlieren? Ihre Forschung verbindet technische Präzision mit dem Anspruch auf digitale Selbstbestimmung – und macht deutlich, dass Datensouveränität keine abstrakte Größe, sondern eine konkrete Gestaltungsaufgabe ist.
Ebenfalls nominiert war Elisabeth Rohwer (Universität Bremen), die untersucht, unter welchen Bedingungen Menschen den digitalen Wandel in Arbeit und Alltag nicht nur bewältigen, sondern aktiv und selbstbestimmt mitgestalten können.
Prof. Dr. Susanne Boll, Vorständin am OFFIS und Mitglied der Jury, ordnet die Bandbreite der nominierten Forschung ein:
„Die Forschungsgebiete der Nominierten zeigen eindrucksvoll die Bandbreite der Digitalisierung: Sie reichen von der mathematischen Absicherung sicherheitskritischer Systeme über die Souveränität in der digitalen Frauengesundheit bis hin zur psychologischen Gestaltung eines digitalen Mindsets. Dies verdeutlicht, dass digitale Innovation heute zwingend interdisziplinär gedacht werden muss."
Sichtbarkeit für Frauen in der Forschung
Den Preis vergeben die EWE Stiftung, das OFFIS und die Stadt Oldenburg gemeinsam alle zwei Jahre. Er steht für das Anliegen, exzellente Wissenschaftlerinnen sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gestaltung der digitalen Zukunft zu stärken – in einem Bereich, in dem Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind.
Das OFFIS gratuliert allen nominierten Wissenschaftlerinnen zu ihrer herausragenden Forschung.