Hannover Messe: Neue Ansätze für die Energiewirtschaft

16.04.2007 Pressemitteilung

Mit der Aufnahme der Arbeit der Bundesnetzagentur stehen die Netzbetreiber elektrischer Versorgungsnetze vor der Aufgabe, ihre existierenden Netze wirtschaftlich effizienter zu betreiben. Gleichzeitig stellt sie die zunehmende Anzahl dezentraler Energieerzeugungsanlagen wie Photovoltaik, Windkraftanlagen und Kraft-Wärme-Kopplung vor neue technische Herausforderungen.

 

Auf welche Weise dezentrale Energieerzeugungsanlagen systemgerecht in das elektrische Versorgungsnetz eingebunden werden können zeigt der Forschungsverbund Energie Niedersachsen (FEN) auf der Hannover Messe anhand eines Anschauungsobjektes. Auf dem Gemeinschaftsstand Niedersachsen in Halle 2 präsentiert der FEN vom 16. bis zum 20. April 2007 Lösungen zur netzorientierten Integration von dezentralen Energieerzeugungsanlagen, die der Energiewirtschaft neue Ansätze zur Erschließung technischer und wirtschaftlicher Potenziale bieten.

 

Mit Hilfe der netzorientierten Integration kann der Netzbetreiber die elektrische Energieproduktion und -einspeisung der dezentralen Erzeugungsanlagen im Sinne eines Energiemanagements zur Vergleichmäßigung der Bezugsleistung einsetzen. So verwenden effiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen hierfür einen thermischen Pufferspeicher mit einem intelligenten Speichermanagement, um die elektrische Energieproduktion von der thermischen Energiebereitstellung zu entkoppeln. Dadurch ist es möglich, elektrische Spitzenleistung in laststarken Zeiten gezielt zu Verfügung zu stellen. Gleichzeitig schont der verstärkte Einsatz von dezentralen Energieerzeugungsanlagen die Ressourcen und mindert den CO2-Ausstoß.

 

Notwendig für den netzorientierten Verbundbetrieb der verteilten Erzeugungseinheiten sind eine sichere standardisierte Kommunikation zwischen den dezentralen Anlagen im Niederspannungsnetz sowie ein Informationsaustausch mit Steuerungseinheiten auf der übergeordneten Netzebene. Für diese vielfältigen und komplexen Aufgaben auf dem Weg zum so genannten Smart-Grid werden Energiemanagementsysteme entwickelt. Der Einsatz derartiger Systeme wird vor allem durch die Liberalisierung des Energiemarktes vorangetrieben und zu einer grundlegenden Umstrukturierung der Energieerzeugung und -verteilung führen.

 

Zur Bearbeitung dieser unterschiedlichen Aspekte eignet sich besonders ein interdisziplinäres Verbundprojekt wie der Forschungsverbund Energie Niederachsen. Mitglieder des FEN sind die TU Braunschweig, die TU Clausthal, die Uni Hannover, die Uni Oldenburg sowie die Fachhochschule Hannover und die universitätsnahen Forschungsinstitute CUTEC / Clausthal und OFFIS / Oldenburg. Gemeinsam gehen sie diesen Fragestellungen in zehn Teilprojekten aus den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik nach.

 

Weiterführende Informationen:

Am 1. April 2006 fiel der Startschuss für die Arbeiten zum Forschungsverbund Energie Niedersachsen - „Dezentrale Energiesysteme“ - durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Die Arbeiten innerhalb des FEN drehen sich um die Fragestellung: "Wie kommt die dezentral (Niederspannungsnetz) und natürlich auch weiterhin zentral (Hochspannungsnetz) erzeugte elektrische Energie zum Verbraucher, ohne das die bestehenden Netze überlastet (Stromausfall) bzw. instabil (Spannungsschwankungen) werden."

 

Weitere Informationen zum FEN, zur Gründung, den Forschungspartnern und den Teilprojekten finden Sie auf den Internetseiten.

 

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