FRESH: Flexibilitätsbereitstellung im Hafenumfeld

06.02.2019 Energie

FRESH-Projektteam auf dem Terminalgelände bei typischem Hamburger Wetter

Inwieweit können industriell genutzte, mobile Batteriekapazitäten an das deutsche Stromnetz angeschlossen werden, ohne den Terminalbetrieb eines Containerhafens dabei zu beeinträchtigen? Und um Primärregelleistungen unter wirtschaftlichen Bedingungen für die Netzstabilität zu erbringen? Mitte Januar fand in Hamburg das Kick-Off des Projektes FRESH statt, das an diesen Fragestellungen forschen wird. FRESH steht für „Flexibilitätsmanagement und Regelenergiebereitstellung von Schwerlastfahrzeugen im Hafen“ und wird am Container Terminal Altenwerder (CTA) der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) durchgeführt.

Der Container Terminal Altenwerder zählt zu den modernsten und effizientesten Umschlaganlagen und wird derzeit zum weltweit ersten Zero-Emission-Terminal weiterentwickelt. Er ist gleichzeitig ein Testfeld und Versuchslabor für neue technische und umweltfreundliche Anwendungen bei der HHLA. So auch in diesem Fall: Am CTA wird mit FRESH erstmals in Deutschland an einer Marktzugangslösung für mobile Energieträger geforscht. Die Ergebnisse sollen nach Projektabschluss auch anderen Industrien mit mobilen Energieträgern den Strommarktzugang ermöglichen, beispielsweise Logistiklagern mit Elektrogabelstaplern oder Krankenhäusern, die Elektrowagen für die Patientenversorgung einsetzen.

OFFIS übernimmt große Teile der Konzeptionierung und Entwicklung des benötigten Softwaresystems auf Seiten des Containerterminals. Dies umfasst die Prognose der Ladezeitpunkte, die Optimierung der Flexibilitätsbereitstellung und die entsprechenden Planungs- und Steuerungsfunktionalitäten für die Umsetzung der Flexibilitätserbringung. Dabei arbeitet OFFIS eng mit dem HHLA-Tochterunternehmen HPC Hamburg Port Consulting zusammen. Ziel ist es, in einem Feldtest die Anwendbarkeit der Lösung in einem produktiven Umfeld nachzuweisen.

Neben dem Terminalbetreiber sind die Professur für Informationsmanagement an der Universität Göttingen, sowie die Next Kraftwerke GmbH, einem der größten virtuellen Kraftwerksbetreiber Europas, an dem Projekt beteiligt. FRESH ist ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Technologieprogramms „IKT für Elektromobilität III“ und wird mit Fördermitteln in Höhe von ca. 1,4 Mio. Euro unterstützt.