Europäisches Großprojekt gestartet - OFFIS Mitinitiator

04.03.2009 Pressemitteilung

Am 1. März 2009 startete das Projekt CESAR (Cost-efficient methods and processes for safety relevant embedded systems). In diesem über 3 Jahre laufenden Projekt sind 55 Partner aus 10 Ländern beteiligt. Das Gesamtprojektvolumen beträgt 58,5 Mio. Euro. Der deutsche Anteil am Projekt beträgt dabei gut 15 Mio. Euro. OFFIS leitet im Konsortium die Entwicklungsvorhaben zum Teilprojekt „Requirement Engineering“ und ist Mitkoordinator der Referenz-Technologie-Plattform.

 

Ohne elektronische Systeme kommen unsere Verkehrsmittel heute nicht mehr aus. Das Verhalten moderner Autos, Eisenbahnen und Flugzeuge wird maßgeblich von der Elektronik bestimmt. Die in elektronischen Steuergeräten eingebettete Software entlastet dabei Fahrer und Piloten, sorgt für gesteigerten Komfort, erhöhte Funktionalität und mehr Sicherheit.

Heutzutage befinden sich 98 % aller Computerbausteine eingebettet in einer Vielzahl elektronischer Geräte und Anlagen. Im letzten Jahr wurden weltweit über 4 Mrd. eingebettete Mikroprozessoren verkauft, 2010 sollen es 16 Mrd. sein und für 2020 werden 40 Mrd. vorausgesagt. Der Markt für eingebettete Systeme wächst überproportional und hat derzeit eine jährliche Wachstumsrate von 14%.

 

Die zunehmende Komplexität und Variantenvielfalt sind nur zwei Aspekte, denen sich die Industrie beim Entwurf und der Entwicklung sicherheitskritischer eingebetteter Systeme stellen muss. Hinzu kommen die steigenden Regulierungsanforderungen sowie die Marktanforderungen der Kostensenkung und kürzerer Produktionszyklen – das alles bei gleichzeitiger Steigerung der Leistung und Merkmale der Systeme. Dies hat bereits jetzt zu einer Fülle neuer Methoden, Prozesse und Werkzeugen in diesem Bereich geführt, die aber weder miteinander verknüpft noch in einen Gesamtprozess integriert sind. Sie berücksichtigen oft nur Teilaspekte wie z. B. die Sicherheit und wurden unabhängig voneinander entwickelt. Was fehlt ist ein international anerkannter Standard der es den Unternehmen ermöglicht, die geeigneten Methoden und Werkzeuge auszuwählen und effektiv einzusetzen.

Das neugestartete europäische Großprojekt CESAR, das von Prof. Dr. Werner Damm, OFFIS Vorstand, maßgeblich mit initiiert wurde, setzt an diesem Punkt an. „Mit unseren Projektaktivitäten in CESAR soll ein europäischer De-facto-Standard für das System-Engineering sicherheitsrelevanter eingebetteter Systeme geschaffen werden.“ erläutert Prof. Damm die Bedeutsamkeit des Projektes.

Ein wichtiges Teilprojekt ist die Schaffung einer europäischen, branchenübergreifenden Referenz-Werkzeugumgebung – der Referenz-Technologie-Plattform - zur einheitlicheren Entwicklung sicherheitsrelevanter Systeme. Dieses Teilprojekt wird von OFFIS mitkoordiniert und Damm erwartet, dass diese Referenz-Plattform eine nachhaltige Wirkung auf die Industrie ausübt.

 

Das Vorhaben wird vor allem durch die im Projekt stark vertretene, beteiligte Industrie vorangetrieben. Viele große Schlüsselakteure verschiedenster Branchen haben sich in CESAR zusammengefunden wie z. B. Airbus, Volvo, Astrium, EADS, Thales und Siemens.

 

Alle Arbeiten setzen auf industriellen Fallbeispielen und Szenarien aus den Bereichen Automobil, Luft- und Raumfahrt, Automatisierungs- und Bahntechnik auf. Hierdurch schafft CESAR neue Synergien, insbesondere für die Sicherheit im Verkehrswesen und anderen gesellschaftlichen Mobilitäts- und Umweltanforderungen.

 

Die Europäischen Staaten haben mit der Gründung gemeinsamer Technologieinitiativen, organisiert in öffentlich-privaten Partnerschaften, neue Wege der Forschungsförderung eingeschlagen. Das gemeinsame Unternehmen ARTEMIS (Advanced Research and Technology for Embedded Intelligence and Systems) möchte Europa auf dem wichtigen Gebiet „Eingebetteter Systeme“ stärken.

 

Möglich wurde CESAR unter anderem durch das Oldenburger Kompetenzcluster SafeTRANS. SafeTRANS führt Forschungs- und Entwicklungsknowhow auf dem Gebiet der komplexen Eingebetteten Systeme im Transportsektor zusammen. Durch das Engagement von SafeTRANS innerhalb der europäischen Organisation EICOSE (European Institue for Complex Critical Systems Engineering) konnte CESAR entsprechend den Anforderungen an ein europäisches Großprojekt gestaltet werden.

 

Ansprechpartner für Rückfragen der Redaktion:

apl. Prof. Dr. Bernhard Josko

OFFIS, Escherweg 2, 26121 Oldenburg

Tel. 0441-9722-520

E-Mail : bernhard.josko(a t)offis.de

 

Weiterführende Informationen im Internet:

www.offis.de

www.artemis-ju.eu

www.cesar-project.org (Noch im Aufbau befindlich)