EU-Projekt iCARDEA gestartet

08.03.2010 Gesundheit

Der Einsatz von Herzschrittmachern und implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren zur Behandlung lebensbedrohlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmt europaweit seit Jahren zu. Dadurch wächst für Kliniken und kardiologische Fachpraxen auch der Aufwand für die  Kontrolle und Nachsorge ständig. Gleichzeitig unterliegt die technische Entwicklung dieser Geräte einem rasanten Fortschritt: Moderne Implantate können eine Vielzahl von Vitalparametern und Betriebsdaten aufzeichnen.
Alle großen Hersteller bieten heute Möglichkeiten an, diese Daten zeitnah (z.B. nachts) drahtlos auszulesen und an eine Nachsorgezentrale zu übermitteln, die bei Bedarf den behandelnden Arzt kontaktiert. Bislang ist es aber nicht möglich, die Daten verschiedener Hersteller zusammenzuführen und mit weiteren beim Arzt vorliegenden Informationen etwa über Begleiterkrankungen, die aktuelle Medikamentierung oder bekannte Risikofaktoren des Patienten zu kombinieren.

Hier setzt das im Februar 2010 gestartete und von der Europäischen Union geförderte Projekt iCARDEA an, das sich zum Ziel gesetzt hat, eine intelligente Plattform zu entwickeln, die eine leitlinienbasierte Nachsorge für Patienten mit Herzschrittmachern und implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren verschiedener Hersteller ermöglicht. Dabei werden sowohl die vom Implantat gelieferten Daten, als auch Informationen aus den elektronischen Patientenakten auswertet, um dem Arzt Empfehlungen für die weitere Behandlung des Patienten auf dem neuesten Stand des ärztlichen Wissens zu geben.

Unter der Leitung der Software Research and Development and Consultancy Ltd. (Türkei) arbeiten der OFFIS-FuE-Bereich Gesundheit, die Forschungsinstitute Salzburg Research (Österreich) und FORTH (Griechenland), die Hersteller Medtronic Ibérica (Spanien) und St. Jude  Medical (Österreich) sowie die Salzburger Landeskliniken  (Österreich) und das Klinikum Hospital Clinic I Provincial de Barcelona (Spanien) zusammen.