Begutachtung im Projekt NavMem erfolgreich

04.11.2014 Gesundheit

Das AAL Projekt NavMem (Navigation Support for Older Travellers with Memory Decline) entwickelt neue Konzepte zur Navigation und Orientierung für Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen. Heutige Navigationssysteme verwenden Karten- und Routendarstellungen, die für diese Zielgruppe zu kompliziert sind. Darüber hinaus ist die Interaktion mit den Systemen, wie z.B. das Umschalten von verschiedenen Ansichten, das Zoomen und Verschieben von Kartenausschnitten, sowie die Eingabe von neuen Zielorten schwierig und kognitiv belastend.

In NavMem werden Fußgänger mittels visueller Landmarken von Wegpunkt zu Wegpunkt geleitet. Sie bekommen durch Vibration und einfachen grafischen Präsentationen Rückmeldung über den Verlauf der Route. Des Weiteren bietet NavMem eine Art "Sicherheitsleine", so dass im Fall einer Desorientierung leicht Hilfe gerufen werden kann. Bei einem Hilferuf wird eine Telefonverbindung zu Familienangehörigen, Freunden oder Pflegenden aufgebaut. Zusätzlich können diese den Aufenthaltsort der Person mit Orientierungsschwierigkeiten verfolgen, um vor Ort für Hilfe sorgen zu können.

Das Mid-Term Review fand am 16.Oktober 2014 bei OFFIS in Oldenburg statt. Vertreter der jeweiligen Fördergeber und externe Gutachter bekamen einen Einblick in die technische Realisierung, die Art der Nutzereinbindung, die Durchführung der Studien, die Vorbereitung der Geschäftsmodelle und die zukünftige Planung. Sie konnten das System aus der ersten Entwicklungsphase ausgiebig (bei Regen) testen.

Die Gutachter bescheinigten dem Konsortium sehr gute Arbeit bei der Einbindung der Nutzer. Sie lobten insbesondere, das Vorgehen um komplexe Navigationssysteme einfacher, sicherer und zugänglicher zu gestalten. Das Projekt wird nun in die finale Iteration gehen. Im letzten Jahr werden die Erkenntnisse aus den Feldstudien in den Demonstrator überführt, die Leitfäden für die Erstellung zugänglicher Navigationssystem fertiggestellt und die Geschäftsmodelle verfeinert.

Gefördert wird das dreijährige Projekt von der EU und den nationalen Fördergebern der beteiligten Partner im Rahmen des Ambient Assisted Living Joint Programme. OFFIS koordiniert das Verbundprojekt, entwickelt neue Navigationskonzepte und Prototypen für die im Projekt durchgeführten Feldstudien. Weitere Partner sind die Siemens AG, die schwedischen Partner Universität Lund, Astando und die schwedische Schlaganfall Organisation, das niederländische Rehabilitationsinstitut Roessingh Research and Development, sowie der englische Navigationssystemhersteller NavEx.