ARAMIS - Entwicklung neuer Prozessorkonzepte in großem Umfang gefördert

05.12.2011 Verkehr

Das Bundesforschungsministerium fördert im Rahmen des Forschungsprojekts "ARAMiS" die Entwicklung neuer Prozessorkonzepte zum Einsatz in zukünftigen Verkehrssystemen. Ziel ist die Verbesserung der Betriebssicherheit in  Automobilen, Zügen und Flugzeugen. Bundesforschungsministerin Professor Annette Schavan übergab am 05. Dezember 2011 in Ulm einen Förderbescheid an Bernhard Gerwert, Chief Operating Officer des Projektpartners Cassidian. Das Gesamtvorhaben wird von Professor Jürgen Becker vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordiniert.

ARAMIS hat zum Ziel, durch den Einsatz von Multicore-Technologie in den Mobilitätsdomänen Automobil, Avionik und Bahn die technologische Basis zur weiteren Erhöhung von Sicherheit, Verkehrseffizienz und Komfort zu 
schaffen. Die nach der Durchführung dieses Projekts gewonnenen Erkenntnisse bilden zudem das unabdingbare Fundament für die erfolgreiche Vernetzung von Embedded Systems zu Cyber Physical Systems (CPS). Vor diesem Hintergrund wird das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Stärkung der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen der Domänen Automobil, Avionik und Bahn leisten.

Kompositionale Analysen auf abstrakten Modellen sind ein wesentlicher Schlüssel, um eine (effiziente) Analyse dieser Systeme zu ermöglichen. OFFIS wird virtuelle Architekturen für Multi-Cores erforschen und Verfahren zur Bewertung von Architekturen bereitstellen. Die Arbeiten von OFFIS unterstützen hierdurch die Abbildung von Softwarekomponenten der virtuellen Architekturen auf HW-Komponenten der physikalischen Multi-Core-Architektur.

Darüber hinaus leitet OFFIS zusammen mit Daimler das Teilprojekt "Durchgängige Entwicklungsmethodik und Anbindung an RTP". Dieses Teilprojekt bündelt alle Aktivitäten der anderen technischen Teilprojekte und überführt diese in eine durchgängige Entwicklungsmethodik unterstützt durch eine Werkzeugplattform, die durch ihre Interoperabilitätskonzepte die Integration von Werkzeugen für den Entwurf von Multicore-basierten Systemen unterstützt.

ARAMiS hat ein Gesamtvolumen von rund 40 Millionen Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren. Im Rahmen der Technologie-Initiative sollen Konzepte entwickelt werden, wie leistungsfähige Computerprozessoren mit mehreren Rechnerkernen im Verkehrswesen eingesetzt werden können, um durch neue Funktionen die Sicherheit, Effizienz und den Komfort zu erhöhen. Bisher werden in Flugzeugen oder Autos nur Einkern-Prozessoren verwendet, weil nur deren Funktionsweise mit der im Verkehrswesen notwendigen Sicherheit voraussagbar und damit nur diese zertifizierbar sind. Einkern-Prozessoren aber stoßen an ihre Leistungsgrenzen und verschwinden zunehmend vom Markt. Um leistungsfähige Mehrkernprozessoren zu entwickeln, arbeiten bei ARAMiS renommierte Forschungseinrichtungen und Hersteller aus dem Automobil-, Bahn- und Flugzeugbau, deren Zulieferer sowie Hard- und Softwarehersteller zusammen. Das Forschungsprojekt ARAMiS wird je zur Hälfte vom Bundesministeriumfür Bildung und Forschung (BMBF) und von der Industriefinanziert. Insgesamt sind 30 Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen beteiligt.