Neue Methoden und Werkzeuge für die Auswertung von Krebsregisterdaten – Expertentreffen zur Erforschung

14.11.2016 Gesundheit

30 Experten aus ganz Deutschland nahmen am CARESS Anwender Workshop 2016 teil, um neue Methoden und Werkzeuge für die Auswertung von klinisch-epidemiologischen Krebsregisterdaten zu diskutieren. Geplant ist nun die Gründung einer Arbeitsgruppe „Auswertungen für klinisch-epidemiologische Krebsregisterdaten“.

30 Experten aus ganz Deutschland nahmen am CARESS Anwender Workshop 2016 teil, um neue Methoden und Werkzeuge für die Auswertung von klinisch-epidemiologischen Krebsregisterdaten zu diskutieren. Geplant ist nun die Gründung einer Arbeitsgruppe „Auswertungen für klinisch-epidemiologische Krebsregisterdaten“. 

 

In Kooperation mit der Registerstelle des Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen (EKN) hatte das OFFIS – Institut für Informatik für Mittwoch, den 9. November 2016 zum CARESS Anwender Workshop eingeladen. OFFIS unterstützt seit Jahren die Arbeit von Krebsregistern durch die Bereitstellung von Software. Unter dem Begriff CARESS werden dabei die Methoden und Werkzeuge verstanden, die OFFIS ursprünglich für die Auswertungen des EKN entwickelt hat, die aber zwischenzeitlich auch von anderen Landeskrebsregistern und dem Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts in Berlin angewandt werden. Knapp 30 Vertreter von Krebsregistern aus ganz Deutschland kamen nach Oldenburg, um sich über die neuen Entwicklungen von CARESS zu informieren und den zukünftigen Bedarf an Methoden und Werkzeugen für die Auswertung von klinisch-epidemiologischen Krebsregisterdaten zu diskutieren. 

 

Schwerpunkt des Treffens war die Vorstellung des aktuellen CARESS Data Warehouse Systems und der CARESS Anwendung. Neu ist unter anderem ein Spezialmodul, das die Durchführung von Überlebenszeitanalysen auf Krebsregister-Gesamtdatenbeständen ohne technische Vorkenntnisse ermöglicht, sowie ein Modul für interaktive und flexible Onlineberichte für Krebsregister. Daneben war die Diskussion neuer Methoden und Werkzeuge für Auswertungen in Krebsregistern Dreh- und Angelpunkt des Workshops.  Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister (Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz - KFRG) schreibt den Bundesländern bis zum Ende 2017 einen flächendeckenden Aufbau klinischer Krebsregister vor. Wie die dabei gewonnen Daten am besten ausgewertet und zur Verfügung gestellt werden können, ist noch weitgehend ungeklärt. Innerhalb der Diskussion wurde daher die Gründung einer Arbeitsgruppe „Auswertungen für klinisch-epidemiologische Krebsregisterdaten“ vorgeschlagen.

 

„Die Integration von Spezialverfahren für Krebsepidemiologie und klinische Verlaufsdatenanalyse in CARESS kann die Anwendung dieser Verfahren ganz erheblich verbessern – und zwar in zeitlicher als auch in qualitativer Hinsicht. Durch die Integration entfallen manuelle Tätigkeiten für die Datenaufbereitung, die häufig zeitaufwändig und fehlerträchtig sind“ so Dr.-Ing. Stefan Gudenkauf, Leiter der Gruppe Datenmanagement und Datenanalyse im OFFIS, die den Workshop veranstaltete. 

 

Die neuen interaktiven Onlineberichte ermöglichen uns eine zeitgemäße Darstellung von Krebsdaten im Internet. Anlässlich des Workshops präsentieren wir unsere Daten in diesem neuen Format. Damit haben nicht nur Wissenschaftler, sondern alle interessierten Bürgerinnen und Bürger noch bessere Möglichkeiten, sich umfassend selbst über Krebs zu informieren - besser, als das bislang mit den gedruckten Jahresberichten möglich ist.“, betonte Joachim Kieschke, ärztlicher Leiter der Registerstelle des EKN, und ergänzte „Die im Workshop diskutierte Arbeitsgruppe wäre ein wichtiger Beitrag, auch für die klinische Krebsregistrierung Auswertungsverfahren zu vereinheitlichen und eine vergleichbare Darstellung von Ergebnissen zwischen verschiedenen Registern zu erreichen“.