Netzbetreiber und Softwareentwickler arbeiten gemeinsam an IT-Lösungen für die Energiewende in Verteilnetzen

29.11.2017 Pressemitteilung

Der gewählte Vorstand der Genossenschaft openKONSEQUENZ eG (i.G.): Frank Rose, Vorstandsvorsitzender; Michael Müller, Vorstand Finanzen; Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff, Vorstand Technik (v.l.n.r.)

Aus dem Konsortium openKONSEQUENZ wird eine Genossenschaft

Die Zusammenarbeit von regionalen Netzbetreibern der Energie- und Wasserwirtschaft, Software-Herstellern, Forschungseinrichtungen und Netzdienstleistern in dem Konsortium openKONSEQUENZ wird vertieft und auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt: Dazu wurde am 28. November 2017 auf dem EUREF-Campus in Berlin die Genossenschaft openKONSEQUENZ gegründet.
„Der Erfolg der bisherigen Zusammenarbeit macht eine neue Rechtsform erforderlich, um den angestoßenen Innovationsprozess zu beschleunigen“, begründete der neu gewählte Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Frank Rose, Abteilungsleiter Netzführung bei der Mannheimer Netzgesellschaft MVV Netze GmbH, den Schritt. Die Entscheidung für die Rechtsform einer Genossenschaft unterstreicht das Ziel von openKONSEQUENZ:  Das gemeinsame Interesse besteht in der Entwicklung sicherer und herstellerunabhängiger Software für Netzführung und Netzbetrieb und nicht in der Gewinnerzielung – so der Tenor in der heutigen Gründungsversammlung.  
Die bisherige Zusammenarbeit auf Basis eines Kooperationsvertrages stieß durch das Mitgliederwachstum auch an organisatorische Grenzen. Die Beauftragung von Softwareentwicklungen wird durch die Genossenschaft als juristische Person vereinfacht und rechtlich abgesichert. Zugleich ist die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft, etwa für gemeinnützige Forschungseinrichtungen, leichter realisierbar als die Beteiligung an einer GmbH.

Gründungsmitglieder der Genossenschaft sind die Netzbetreiber e-netz Südhessen GmbH & Co. KG, EWE Netz GmbH, MVV Netze GmbH, Netz Leipzig GmbH sowie die Software-Hersteller und Dienstleister Count+Care GmbH & Co.KG, BTC Business Technology Consulting AG, DNV GL, Mettenmeier GmbH, SPIE SAG GmbH und Simon Process Engineering GmbH. Weiterer Gründungsgenosse ist das  OFFIS - Institut für Informatik aus Oldenburg.

Neben dem Vorstandsvorsitzenden Rose wählte die Gründungsversammlung Michael Müller, Abteilungsleiter Netzführung bei der Netz Leipzig GmbH, zum Vorstand, der den Geschäftsbereich Finanzen verantworten wird. Zum Technischen Vorstand wählte die Versammlung Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff, OFFIS Vorstandsmitglied.
„Die Genossenschaft wird auch weiterhin ihre Softwarelösungen als Open-Source-Software dem Markt zur Verfügung stellen“ erläutert Lehnhoff in seiner neu gewählten Funktion als technischer Vorstand „So werden kostenintensive Parallelentwicklungen vermieden. Erste Module wurden bereits entwickelt, zum Beispiel das Modul Einspeisemanagement. Gerade fertiggestellt wurde das Softwaremodul Betriebstagebuch. Darin können alle wesentlichen Informationen und Vorgänge in Netzführung und Netzbetrieb dokumentiert werden.“

Auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages haben seit Dezember 2015 mittlerweile 21 Netzbetreiber, IT-Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Kompetenzen für die Entwicklung notwendiger technischer Innovationen in openKONSEQUENZ gebündelt. Es ist ihre Antwort auf die immer komplexer werdenden Anforderungen der Energiewende und der Digitalisierung an die IT-Landschaft der Verteilnetzbetreiber. Systemvielfalt, komplexe Schnittstellen bei einem quasi nicht vorhandenen Markt für leitsystemnahe Software machen Produktentwicklungen und Produktanpassungen für ein allein agierendes Unternehmen sehr kostenintensiv und schwer beeinflussbar. Hinzu kommt der hohe Kostendruck aus der staatlichen Regulierung auf die Unternehmen.

Weiterführende Informationen: www.openkonsequenz.de

Pressekontakt:
Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff
OFFIS - Institut für Informatik
Tel.: +49 441 9722 240
E-Mail: lehnhoff(at)offis.de