Dynamische Gründerszene bei OFFIS

19.06.2014 Pressemitteilung

Gleich zwei Gründungsvorhaben des Oldenburger OFFIS – Institut für Informatik werden von der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie berufenen Expertenjury für eine EXIST-Forschungstransfer-Förderung empfohlen.

Oldenburg bietet für Gründerinnen und Gründer ein hervorragendes Umfeld. Speziell Forschungsinstitute wie das OFFIS – Institut für Informatik bieten durch die Vielfalt ihrer Projekte Inspirationen für Geschäftsideen aller Art. Ergänzt durch die professionelle Beratung sowie die Coaching- und Qualifizierungsangebote des Gründungs- und Innovationszentrums der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit dem Titel „Gründeruni“ ausgezeichneten Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, ebnet dies vielen Gründungsvorhaben den Weg. Diese Erfolgsserie wird nun fortgeschrieben, denn gleich zwei Gründungsteams des OFFIS – Institut für Informatik werden für die EXIST-Förderung „Existenzgründungen aus der Wissenschaft“ vorgeschlagen.

Marktintegration kleiner dezentraler Energieanlagen

Kleine dezentrale Energieanlagen – wie Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher – in die Energiemärkte einzubinden, ist Ziel des Gründungsteams „Dynamic VPP“ (VPP: engl. für „Virtual Power Plant“, dt. „Virtuelles Kraftwerk“). Dies soll mit Hilfe einer skalierbaren Softwarelösung geschehen, die im Rahmen der Förderung entwickelt wird. „Aufgrund der geringen Leistung dieser Energieanlagen kann es dabei notwendig sein, mehrere hundert Einzelanlagen zu einem Virtuellen Kraftwerk zusammenzufassen, um die notwendige Gesamtleistung mit ausreichender Zuverlässigkeit bereitstellen und vermarkten zu können“, merkte Astrid Nieße , Projektleiterin von Dynamic VPP, an. Diese Anlagen dürfen ihren insbesondere erneuerbar erzeugten Strom heute noch vorrangig in die elektrischen Netze einspeisen. „Eine echte Marktintegration ist aber auch perspektivisch unumgänglich und bereits in der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung politisch vorbereitet,“ so Nieße.

Kostengünstige, robotische Mikromontage für kleine und mittelständische Unternehmen

Bei der Geschäftsidee des Gründungsteams "MiCROW" geht es um eine Mikroproduktionsanlage, die verschiedene Montage-Aufgaben an sehr kleinen Bauteilen – deutlich kleiner als ein Millimeter – durchführt. Die entwickelte Anlage ist sehr viel kleiner als alle am Markt befindlichen Systeme, zeichnet sich durch eine einfache Bedienung aus und kann sowohl manuell als auch automatisch arbeiten. Für die kommenden Aufgaben der Montage kleinster Bauteile sei der Mensch hinsichtlich seiner Fähigkeiten schlichtweg überfordert, betont Projektleiter Claas Diederichs. "MiCROW erlaubt es vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen, die kommenden Hürden der Mikromontage einfach zu überwinden." Insbesondere bei der Herstellung von wissenschaftlichen Instrumenten und in der Messtechnik bringe der Einsatz der neu entwickelten Mikroproduktionsanlage deutliche Vorteile.

Ansprechpartner:

Dynamic VPP:

Dipl.-Biol., Dipl.-Inform. (FH) Astrid Nieße
OFFIS – Institut für Informatik
FuE-Bereich Energie
Gruppe Systemanalyse und verteilte Optimierung
Tel.: 0441/9722-187
Mail: astrid.niesse(at)offis.de

MiCROW:

Dipl.-Inform. Claas Diederichs
OFFIS – Institut für Informatik
FuE-Bereich Gesundheit
Gruppe Automatisierte Nanohandhabung
Tel.: 0441 798-4296
Mail: claas.diederichs(at)offis.de

Weiterführende Informationen:

Dynamic VPP

"Dynamic VPP" baut auf Vorarbeiten des Landesforschungsverbunds "Smart Nord – Intelligente Netze Norddeutschland" auf, der seit 2012 vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert wird und seinen Schwerpunkt in der Entwicklung von skalierbaren Optimierungsverfahren für virtuelle Kraftwerke hat. Die jetzige Förderung bietet die Möglichkeit, die anwendungsnahen Forschungsergebnisse wirksam in eine wirtschaftliche Nutzung zu überführen.

Teammitglieder

  • Dipl.-Biol., Dipl.-Inform. (FH) Astrid Nieße (Projektleiterin)
  • Dipl.-Inform. Stefan Scherfke
  • Dr. Martin Tröschel
  • Dipl.-Wirt.-Ing. Carsten Wissing

MiCROW

Durch die zunehmende Miniaturisierung müssen Hersteller von hochpräzisen Produkten – wie Sensoren, Messinstrumenten oder auch Uhren – ihre Fertigungsprozesse anpassen. Das bedeutet insbesondere für kleine Stückzahlen oft eine manuelle Montage mit hoher Ausschussrate. "MiCROW" hat daher ein flexibles robotisches System entwickelt, das höchstpräzise Arbeitsschritte durchführen kann. Die Bedienung kann über verschiedene Computereingabegeräte oder haptische Eingabegeräte erfolgen und ist extrem intuitiv. Der Platzbedarf dieses Systems ist verglichen mit aktuellen Systemen sehr gering (Grundfläche ca. 50 cm x 50 cm). 

Teammitglieder:

  • Dipl. Inform. Claas Diederichs
  • Dipl.-Ing. (FH) Manuel Mikczinski
  • Tobias Tiemerding, M. Sc.
  • Rebecca Mikczinski, B. A.


Der EXIST-Forschungstransfer

Der EXIST-Forschungstransfer unterstützt forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bekommen so die Möglichkeit, ihre Gründungsidee in einen Businessplan umzusetzen. EXIST-Forschungstransfer besteht aus zwei Förderphasen. In der ersten Förderphase sollen Forschungsergebnisse, die das Potenzial besitzen, Grundlage einer Unternehmensgründung zu sein, weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die prinzipielle technische Machbarkeit der Produktidee sicherzustellen und die Gründung des Unternehmens vorzubereiten. In der zweiten Förderphase stehen die Aufnahme der Geschäftstätigkeit sowie die Sicherung einer externen Anschlussfinanzierung des Unternehmens im Fokus. Der EXIST-Forschungstransfer ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und wird durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert.
www.exist.de